AZUBIYO Blog: Online-Magazin für Bewerbung & BerufswahlBewerbungstippsBewerbung 2.0: Kreativ oder klassisch bewerben?

Bewerbung 2.0: Kreativ oder klassisch bewerben?

Welcher Tonfall bei einer Bewerbung angebracht ist, hängt direkt von der konkreten Stelle und Branche ab. Während konservative Branchen wie das Finanzwesen oft nur klassische Bewerbungen als professionell einstufen, hebt man sich bei kreativen Branchen wie dem Werbewesen durch eine originelle Bewerbung häufig positiv ab. Doch welche Arten von kreativen Bewerbungen werden zunehmend akzeptiert und wann kann sich eine kreative Herangehensweise lohnen?

Kreative Bewerbung – Ja oder Nein?

Natürlich ist die Einschätzung manchmal schwierig, da man sich auf einem schmalen Grat mit vielen Grauzonen bewegt. Im Zweifelsfall kann eine kreative Bewerbung abschreckend wirken und damit alle Chancen auf die Stelle ruinieren. Wer den Geschmack des Arbeitgebers trifft, kann dagegen mit Ideenreichtum punkten. Insbesondere die Recherche über das Unternehmen kann wesentliche Ansatzpunkte liefern. So können für die Auswahl von Formulierungen bzw. Gestaltung der Bewerbung die folgenden Quellen als Orientierung dienen:

  • Stellenausschreibung
  • Pressemitteilungen
  • Beiträge in sozialen Netzwerken
  • Webseite des Unternehmens
  • Erfahrungsberichte
  • Interviews von Führungskräften
  • Videos des Unternehmens
  • Guidelines zur Bewerbung
  • Online-Bewerbungssystem

Je konservativer ein Unternehmen in der Öffentlichkeit auftritt, desto zurückhaltender sollte man bei der Gestaltung der Bewerbung sein. Doch auch klassische Bewerbungen bieten kreativen Spielraum bei der Formatierung. Dass sich eine originelle Bewerbung insbesondere für Stellen eignet, bei denen viel Kreativität gefragt ist, versteht sich von selbst. Für diese stellt sie bereits eine erste Arbeitsprobe dar. Sollte aber bspw. nach eigener Aussage des Unternehmens ein Online-Bewerbungssystem bevorzugt werden, so riskiert man eventuell, durch das „aus der Reihe tanzen“ auf Ablehnung zu stoßen. Schließlich bedeutet eine kreative Bewerbung für den Personaler unter Umständen mehr Aufwand. Daher sollte darauf geachtet werden, den Inhalt der Bewerbung lediglich ansprechend zu verpacken, nicht aber durch die Gestaltung davon abzulenken.

Trend zur Bewerbung im Social Web

Nicht nur mithilfe von ausgefallenen Webseiten und Blogs, sondern auch über soziale Netzwerke wie Facebook kann man sich bewerben. Schließlich werden über diese auch zunehmend Stellenanzeigen veröffentlicht. Auf eine solche kann man sich mit der eigenen Facebook-Timeline als Lebenslauf bewerben – sofern das für die jeweilige Stelle angebracht ist. Noch beliebter sind zurzeit allerdings Bewerbervideos, die entweder im Netz veröffentlicht oder der Bewerbung angefügt werden. In diesen kann man sich und seine Arbeitsweise anschaulich vorstellen und gleichzeitig Kreativität beweisen – denn Grenzen sind fast keine gesetzt: von interaktiven Navigationselementen bis hin zu multimedialen Anschreiben ist alles möglich.

Kreative Alternative zur Visitenkarte: Bewerbungsflyer

Insbesondere für Jobmessen sind Bewerbungsflyer immer beliebter. Diese lassen sich im Anschluss an ein Gespräch alternativ zur Visitenkarte übergeben. Auf einem gefalzten Bewerbungsflyer hat man dabei ganze 6 Seiten zur Verfügung, auf denen die eigene Person ansprechend präsentiert werden kann. Da es sich um keinen vollwertigen Ersatz für eine Bewerbungsmappe handelt, sollte allerdings darauf hingewiesen werden, dass die vollständigen Bewerbungsunterlagen auf Wunsch nachgereicht werden. Schließlich ist ein Bewerbungsflyer allgemein gehalten und nicht individuell auf ein Unternehmen oder gar eine bestimmte Stelle zugeschnitten. Wer einen Bewerbungsflyer gestalten möchte, sollte das Design zudem gut durchdenken.

Checkliste zur Gestaltung einer kreativen Bewerbung

  • Ansprechendes Design, das Interesse weckt
  • Logischer, strukturierter und übersichtlicher Aufbau
  • Einheitliche Gestaltung aller Abschnitte
  • Kreative, aber verständliche Formulierungen
  • Glaubwürdig und professionell bleiben
  • Wesentliche Informationen geben
  • Lesbarkeit gewährleisten
  • Hochwertige Materialien

Beispiel: Außenseite eines Bewerbungsflyers

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Es sollte beachtet werden, dass ein Falzflyer im zusammengefalteten Zustand übergeben wird. Dementsprechend stellt die Beispielseite mit dem Bewerbungsfoto und der Berufsbezeichnung das Deckblatt dar. Mit etwas Platz für Notizen auf der Rückseite kann man ebenfalls angenehm auffallen – schließlich möchte der Empfänger nach dem Gespräch oder nach näherer Betrachtung des Bewerbungsflyers eventuell etwas anmerken.

Beispiel: Innenseite eines Bewerbungsflyers

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Besonders wichtig ist das mittlere Blatt der Innenseite, das wortwörtlich im Mittelpunkt steht und dadurch in Szene gerückt wird. Dadurch macht sich eine Vorstellung der eigenen Person dort besonders gut. Zu den persönlichen Daten gehören grundlegende Informationen wie Familienstand und Geburtsdaten. Es ist in Ordnung, die Kontaktdaten inklusive E-Mail-Adresse und Telefonnummer auf der Innenseite unterzubringen – denn die Außenseite soll lediglich zur Kontaktaufnahme animieren.

Fazit – immer das jeweilige Unternehmen im Blick haben!

Ob und inwieweit man durch eine kreative Bewerbung seine Chancen auf eine Stelle erhöht, hängt immer vom konkreten Fall ab. So kann man bei medialen Berufszweigen wie Grafikern mit einer kreativ gestalteten Bewerbung durchaus punkten. Ausnahmen von der Regel gibt es allerdings immer – so nehmen auch einige Banken und Anwälte kreative Herangehensweisen positiv auf. Sich im Vorfeld sorgfältig über das jeweilige Unternehmen zu informieren, ist also wesentlich. Prinzipiell kann ein bisschen Kreativität kaum schaden. Wie weit man dabei gehen darf, muss aber sehr vorsichtig abgewägt werden.

Über die Autorin

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Katja Freitag ist für die Online Druckerei Flyerpilot als Redakteurin tätig und hat daher ihren beruflichen Lebensmittelpunkt in Sennfeld gefunden. Sie berichtet nicht nur über Neuigkeiten und Wissenswertes aus der Druckbranche, sondern widmet sich auch Praxistipps zur Gestaltung und dem Einsatz von Drucksachen. Auf diesem Weg erschließen sich bei der redaktionellen Tätigkeit auch immer wieder interessante neue Themenbereiche, die das Know-how zur Druckproduktion mit Belangen wie Ausbildung, Bewerbung oder auch Marketing in Verbindung setzen.

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