AZUBIYO Blog: Online-Magazin für Bewerbung & BerufswahlAusbildungDer Weihnachtsfeier-Knigge: Was darf ich und was nicht?

Der Weihnachtsfeier-Knigge: Was darf ich und was nicht?

Benehmen und Gesprächsthemen

Achtung vor dem Alkohol!

Ich: Ich befinde mich gerade auf meiner ersten betrieblichen Weihnachtsfeier. Nach meinem 4. Bier bin ich nun etwas beschwipst und die Zunge ist gelockert. Ich duze den Abteilungsleiter und sage ihm, dass ich es nicht okay finde, dass er den besten Parkplatz der Firma besitzt und stets eher nach Hause fährt. Da ich mir mittlerweile genug Mut angetrunken habe, füge ich noch ein „ Ich finde es blöd, dass du der Nina nie eine Gehaltserhöhung gibst“ hinzu, in der Hoffnung sie damit zu beeindrucken. Die hübsche Nina, die uns gegenüber sitzt, schüttelt aber nur peinlich berührt den Kopf. Nun suche ich die Offensive und flirte sie an. Anscheinend sage ich etwas Falsches, da sie mir eine Ohrfeige verpasste. Autsch…

Weihnachtsfeier-Knigge: Auf einer betrieblichen Weihnachtsfeier soll es natürlich nicht allzu verkrampft zugehen. Oft beginnen diese zwar noch recht konventionell, doch die Stimmung lockert sich meist zusehends. Durch nette Gespräche mit den Firmenkollegen wird daher auch mal schnell aus einem „Sie“ ein „Du“. Aber beachte: Nur bei gegenseitigem Einvernehmen duzen und nicht willkürlich Du-kannst-Du-zu-mir-sagen-Angebote verteilen. Der Chef hat hierbei wieder eine Sonderstellung. Ihn solltest du nur duzen, wenn er es dir ausdrücklich anbietet.

Am besten eignen sich Smalltalk-Themen wie Wetter, Sport, Filme oder Urlaub auf einer Firmen-Weihnachtsfeier. Also Themen, die möglichst unkritisch sind. Gespräche, die Krankheiten, Religionen, Job-Ängste, Probleme oder gar Gehaltserhöhungen beinhalten, sollten auf einer betrieblichen Weihnachtsfeier fern bleiben. Scheue dich nicht mit deinem Chef in Kontakt zu treten. Auch er ist nur Teilnehmer (zwar mit Gastgeberfunktion) der Weihnachtsfeier und somit ein berechtigter Gesprächspartner.

 

Es kommt natürlich auch schon einmal vor (besonders mit steigendem Alkoholpegel), dass dein Gesprächspartner aufdringlich, laut oder nervig wird. In solchen Fällen solltest du Fingerspitzengefühl beweisen, damit nicht nur du, sondern auch dein Gegenüber das Gesicht vor den anderen Gästen bewahrt. Also nicht rumschreien, beleidigen oder empört wegstampfen, falls dir die Unterhaltung sauer aufstößt. Versuche deinen Kollegen möglichst nett in seine Schranken zu weisen, indem du beispielswiese demonstrativ andere Gesprächspartner in die Unterhaltung mit einbeziehst oder unter Vorwand (Fingerspitzengefühl!) den Sitzplatz wechselst.

Das Flirten ist auf Weihnachtsfeiern keineswegs verboten. Dir sollte nur bewusst sein, dass du deinen Flirtpartner später bei der Arbeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wiedersehen wirst. Vulgäre Äußerungen oder Flirtversuche an Ranghöhere oder an Verheiratete sind gänzlich zu unterlassen.

Der Abgang

Ich: Das mit Nina verlief suboptimal, aber: The Show must go on! Ich bin eh viel zu gut gelaunt, um schon um 0 Uhr nach Hause zu gehen. Anscheinend teilen die anderen Kollegen jedoch nicht meine Einstellung. Einige sind schon nach Hause gegangen, die meisten machen sich gerade für den Heimweg bereit. Sogar der Chef ist unter ihnen. Egal. Mit 2 Kollegen bleibe ich am Tisch zurück. Ich weiß noch wie ich sagte: „Bedingung, 3 Tequilas! Prost!“ Danach folgt der Filmriss.

Weihnachtsfeier-Knigge: Ein „pünktliches Gehen“ ist natürlich nicht so leicht zu organisieren wie ein pünktliches Kommen. Solange du nicht der Erste, aber auch nicht der Letzte bist, der den Heimweg antritt, fällst du nicht auf. Zur Orientierung: Beginnt die Feier um 19 / 20 Uhr, ist es angemessen gegen 23 / 24 Uhr zu gehen. Wenn du die Weihnachtsfeier aus wichtigen Gründen viel eher verlassen musst, solltest du das im Vorfeld ankündigen. Ansonsten kann es schnell unhöflich wirken, wenn du direkt nach dem Essen oder während eines Gespräches aufbrichst. Definitiv solltest du aber nicht länger als der Chef bleiben. Es sei denn, er geht übermäßig früh und/oder er kündigt beim Verabschieden an, dass die Firma noch bis zu einem bestimmten Zeitpunkt die weiteren Spesen zahlt.

Der Tag danach

Ich: Mit pochendem Kopf und Erinnerungslücken bin ich viel zu spät in meinem Bett aufgewacht. Ich werde heute wohl am besten krank zuhause bleiben. Es bringt ja nichts verkatert bei der Arbeit zu erscheinen. Außerdem vermeide ich durch meine Abwesenheit ein peinliches Wiedersehen mit Nina, mit dem Abteilungsleiter und mit dem Chef.

Weihnachtsfeier-Knigge: Wenn du tatsächlich einmal während einer Firmen-Weihnachtsfeier zu tief ins Glas geschaut hast und dadurch „etwas“ ausfallend warst, musst du wohl in den sauren Apfel beißen und dich am Folgetag der Verantwortung stellen. Entschuldige dich aufrichtig bei betroffenen Kollegen, sage, dass es dir leid tut und hoffe, dass sie die Entschuldigung akzeptieren. Bei weniger schlimmen Fällen (peinliche Tanzeinlagen, lallendes Singen, Flirtversuche…) kannst du die Peinlichkeiten herunterspielen, es aussitzen und darauf hoffen, dass es möglichst zeitnah in Vergessenheit gerät. Auf der Gegenseite solltest du aber auch nicht über das gestrige Verhalten deiner Kollegen lästern. Denke daran: Schweigen ist Gold und Lästermäuler gelten auch schnell als unsympathisch.

Einfach krank machen ist aber absolut indiskutabel. Egal wie stark dein Kater und wie groß die Müdigkeit am nächsten Tag auch ist: bei der Arbeit zu erscheinen ist Pflicht. Notfalls duschst du dich kalt und nimmst ein paar Aspirin – irgendetwas wird schon helfen. Und denke daran: Einigen Kollegen wird es sicherlich nicht anders ergehen.

Ist die betriebliche Weihnachtsfeier gut überstanden, hast du dann gut 1 Jahr Zeit um zu verschnaufen.

Der verfremdete MartinDiesen Artikel hat Martin für dich recherchiert,
verfasst und mit selbstgezeichneten Grafiken versehen.

Redaktion Redaktion

(109 Beiträge)

Hier schreibt das Redaktionsteam von AZUBIYO für dich.


Kommentare

  1. Anna Minkel

    Super Artikel,hilfreich,witzig und tolle Grafiken.
    Weiter so.

    28. November 2014 um 15:14
  2. Schön anschaulich und unterhaltsam geschrieben.

    8. Dezember 2014 um 12:59
  3. SandyF

    Super Artikel, danke! 😀

    27. November 2015 um 15:05
    1. Michaela
      Michaela

      Freut uns, dass dir der Artikel gefällt :)

      Liebe Grüße,
      Michaela von AZUBIYO

      4. Dezember 2015 um 12:33

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