AZUBIYO Blog: Online-Magazin für Bewerbung & BerufswahlAusbildungStellungnahme zum noch unveröffentlichten Berufsbildungsbericht 2013

Stellungnahme zum noch unveröffentlichten Berufsbildungsbericht 2013

Im April wird der Berufsbildungsbericht 2013 der Bundesregierung veröffentlicht. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) nimmt vorab Stellung dazu. Nachfolgend einige wichtige Punkte zusammengefasst.

  • Ausbildungsbereitschaft auf historischem Tief
    demografische Chance verpasst
  • Ausbildungsbilanz wird geschönt
  • Abbruchquote eindeutig zu hoch

Gesamtsituation

  • Deutschland wird um sein Berufsbildungssystem beneidet, vor allem aufgrund der geringen Jugendarbeitslosigkeit (8,1% -> EU=23,4%) [Anmerkung d. Red.: BiBB geht von geschönten Zahlen aus und errechnet eine Quote von 14,1%]
  • Lage auf dem Ausbildungsmarkt kann für 2012 als „gut“ bezeichnet werden
  • Rein rechnerisch hätte 2012 jede unbesetzte Ausbildungsstelle mehr als zweimal besetzt werden können
  • Es befinden sich noch zu viele ausbildungsreife oder bedingt ausbildungsreife Jugendliche in schulischen Maßnahmen des Übergangsbereichs.

Ausbildungsbereitschaft auf historischem Tief –> demografische Chance verpasst

  • Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um -3,2% -> u.a. durch Abbau der außerbetrieblichen Ausbildung und Rückgang der Schülerzahlen
  • Nur noch 21,7% der Betriebe bilden aus (2010=22,5%, 2009=23,5%, 1999=23,6%)
  • „Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, dass der Berufsbildungsbericht 2013 von einer guten Situation für ´viele Jugendliche` spricht. Trotz des vermeintlich entspannten Ausbildungsmarkts liegt der Anteil der Menschen ohne Berufsabschluss weiterhin hoch. Allein 1,39 Millionen Menschen im Alter von 20-29 Jahren sind ohne Berufsabschluss. Damit liegt der Anteil der ausbildungslosen Jugendlichen bei 14,1%. Die hohe Zahl der jungen Menschen ohne Berufsabschluss passt nicht zu den Erfolgsmeldungen.“ (vgl. Seite 5, Stellungnahme)

Ausbildungsbilanz wird geschönt

  • Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sind lediglich 15.650 Bewerber unversorgt
  • Nicht alle Jugendliche, die eine Ausbildung suchen, werden in der Statistik der Arbeitsagentur als „Bewerber“ aufgeführt (wenn BA den Jugendlichen als „nicht ausbildungsreif“ bewertet, erhält dieser keinen Bewerberstatus und fällt aus der Statistik)
  • Außerdem werden Jugendliche, die Ersatzmaßnahmen (Praktika, berufsvorbereitende Maßnahmen, EQ) durchlaufen, als „versorgt“ ausgewiesen -> betrifft mehr als 60.000 Jugendliche
  • BiBB errechnet, dass 273.355 Jugendliche unversorgt sind (beinahe das 20 fache von dem die BA ausgeht)
  • Nur 66,9% haben demzufolge einen Ausbildungsplatz gefunden, Jugendarbeitslosigkeit deutlich höher als von BA ausgewiesen

Abbruchquote eindeutig zu hoch

  • Quote gestiegen auf 24,4% (vgl. 2009=22,1%)
  • Doppelrolle der Kammern (zuständige Stelle für Qualität der Ausbildung & Lobbyverband der Unternehmen) schafft Loyalitätskonflikte und schadet der Qualität der Berufsausbildung
  • Alle Ausbildungsberufe mit einem hohen Anteil an unbesetzten Stellen haben seit Jahren die höchsten Abbruchquoten (Spitzenreiter: Hotel- und Gastgewerbe)
  • Apell: bessere Bezahlung, Qualität der Ausbildung verbessern, attraktive Berufsperspektiven anbieten, Arbeitsbedingungen verbessern

Hier geht´s zur Stellungnahme: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/HA_Stellungnahme_plus_ergaenzende_Voten_zum_BBB_2013.pdf (abgerufen am 21.03.2013)

Bianca Bianca

(92 Beiträge)

Hallo, ich bin Bianca und bin verantwortlich für die Online-Redaktion bei AZUBIYO. Ich habe Linguistik, Literatur und Pädagogik in München studiert und das Thema „Jugendsprache" in meiner Magisterarbeit untersucht. Ich liebe VW Bullis (T1-T3), Skandinavien, Irland & Schottland und schreibe gern über die Themen Bewerbung & Berufswahl.


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