AZUBIYO Blog: Online-Magazin für Bewerbung & BerufswahlAusbildungEin Thema, auf das viele allergisch reagieren – Allergien in der Ausbildung

Ein Thema, auf das viele allergisch reagieren – Allergien in der Ausbildung

Katrin liebt Tiere seit jeher. Deswegen stand für sie zeitig fest, dass sie Tierpflegerin werden will. Bei einem regionalen Zoo fand sie schließlich eine Einstellung. Überglücklich pflegte sie im 1. Ausbildungsjahr verschiedene Tiere, bis sie eines Tages Juckreiz und Hautauschlag bei der Arbeit bekam. Diese Symptome verschlimmerten sich mit jedem weiteren Arbeitstag. Die ärztliche Diagnose war ernüchternd: Allergie gegen Tierhaare. Katrin konnte es nicht fassen. Sie hatte doch ihr ganzes Leben keine Allergien gehabt. Mit schwerem Herzen brach sie schließlich aus gesundheitlichen Gründen ihre Ausbildung ab.

So oder so ähnlich ergeht es jährlich etwa 30.000 Jugendlichen, die aus allergischen Gründen ihre Ausbildung nicht mehr ausführen können. Allergien treten bei Jugendlichen häufiger auf und entwickeln sich stärker als bei älteren Menschen.

Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe der Umgebung. Das Immunsystem identifiziert diese Stoffe als Fremdstoffe und greift sie an. Es werden 4 Allergietypen unterschieden. Typ I ist die häufigste allergische Form und verursacht u.a. Heuschnupfen, Asthma, Nesselsucht und Lebensmittelallergien.

Warum bekomme ich eine Allergie?

Zurzeit konnte noch nicht genau geklärt werden, wieso man allergisch erkrankt. Mögliche Ursachen sind:

Gene: Personen, in deren Verwandtschaft häufig Allergien auftreten, erkranken selber mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit an einer Allergie.

Sauberkeit: Viele Personen wachsen in viel zu hygienischen Verhältnissen auf. Dadurch kann das Immunsystem nicht trainiert werden.

Stress: In Belastungssituationen verstärken sich einige Immunprozesse. Das Abwehrsystem fängt an auch harmlose Stoffe zu bekämpfen.

Allergieauslösende Stoffe: Einige Materialen sind überfällig häufig an allergischen Prozessen beteiligt (z.B. Arzneimittel, Gräser, Pollen, Kosmetika, Tiere, Hausstaub etc.).

Berufe mit starkem Allergie-Risiko

Es existieren viele unterschiedliche Substanzen, die in der Berufswelt Allergien auslösen können. Stoffe, die oft Allergien verursachen, sind u.a. Gummi (z.B. Schutzhandschuhe), Kaliumchromat (Zementherstellung), Desinfektionsmittel (Reinigung), Mehl (Backen) und Konservierungsmittel (Kühlschmierstoffe). Besonders in Industrie- und Handwerksbetrieben kommen solche Stoffe regelmäßig zum Einsatz.

Berufe mit Allergierisiko

Info: Für Allergiker sind besonders kaufmännische Ausbildungsberufe geeignet.

Allergie und Ausbildung – Was tun?

Oft weiß man erst, dass man gegen bestimmte Stoffe allergisch ist, wenn es zu einer Berührung kam. Deswegen solltest du dich bei einem Allergie-Verdacht (z.B. bei genetischer Veranlagung durch die Familie) vor Beginn der Bewerbungsphase von einem Arzt untersuchen lassen. So erwartet dich während deiner Ausbildung keine böse Überraschung. Zudem ist es von Vorteil, insofern es möglich ist, vorab ein Praktikum in deiner gewünschten Stelle zu absolvieren, um ganz sicher zu sein, dass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen auftreten.

Erfolgt eine allergische Reaktion erst während deiner Ausbildung, solltest du auch hier zunächst einen Arzt aufsuchen, um herauszufinden, welche Allergene die Reaktion hervorgerufen haben. Danach ist es ratsam dich mit deiner Ausbildungsstelle in Verbindung zu setzen, um den Sachverhalt klären zu können. Vielleicht ist es möglich, das Allergen während der Arbeit zu meiden oder mit Schutzkleidung deine Tätigkeit weiterauszuüben (z.B. Handschuhe als Bäcker bei einer Mehlallergie). Möglicherweise kannst du dich auch in einen anderen Bereich versetzen lassen, in dem das Risiko einer allergischen Reaktion minimiert ist.

Gibt es jedoch keinen hilfreichen Kompromiss, dann kannst du dich bei AZUBIYO über Alternativen informieren. Lieber die Ausbildung wechseln (auch wenn sie noch so viel Spaß macht), als sich dauerhaft gesundheitlichen Risiken auszusetzen. Denn Allergien sind ein ernstes Thema und sollten auch als ein solches behandelt werden.

Der verfremdete MartinDiesen Artikel hat Martin für dich recherchiert,
verfasst und mit selbstgezeichneten Grafiken versehen.

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(109 Beiträge)

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Kommentare

  1. Dominik

    Hallo ich heiße Dominik Wagner bin 26 und übe die Ausbildung zum Kfz Mechatroniker aus und durch die ganzen gefahren Stoffe sind meine Finger offen und auch meine ganze unter arme und wenn das durch den Pulli drückt fängt es auch da an zu jucken. Was soll ich tun bin jetzt im 3ten Lehrjahr hab noch 1.5 jahre vor mir wem muss ich mich da in Verbindung setzten?

    24. Oktober 2015 um 21:03
    1. Michaela
      Michaela

      Hallo Dominik,
      bist du wegen deiner Beschwerden schon beim Arzt gewesen? Zunächst sollte festgestellt werden, ob es sich um eine Allergie handelt oder die Ursache woanders liegt. Als nächsten Schritt solltest du natürlich mit deinem Ausbilder sprechen. Möglicherweise kannst du Arbeiten, bei denen du mit den Gefahrenstoffen in Berührung kommst, in Zukunft meiden. Oder du erhältst eine entsprechende Schutzkleidung. Am besten setzt du dich vorher mal mit deiner zuständigen Stelle (IHK oder Handwerkskammer) in Verbindung. Welche deine zuständige Stelle ist, kannst du in deinem Ausbildungsvertrag sehen.
      Ich wünsche dir alles Gute!
      Liebe Grüße,
      Michaela von AZUBIYO

      29. Oktober 2015 um 11:11

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